Rede Martin S.

Schenk-Friedrich-Schule Obersontheim
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                                   Abschlussrede                                   24.07.2009
                                                                 von Martin S.

Mein Name ist Martin. Ich bin oder besser gesagt, ich war ein Schüler der 9.Klasse in der Schenk-Friedrich-Schule; denn am heutigen Abend bin ich wahrscheinlich das letzte Mal hier, weil ich - wie meine Klassenkameraden auch - den Abschluss an dieser Schule geschafft habe. Dieses besondere und einmalige Erlebnis möchte ich zum Anlass nehmen, um mich bei meinen Lehrern, meinen Klassenkameraden und anderen Personen, die mir hier geholfen haben, zu bedanken. Ich bin froh, sie kennengelernt zu haben.

Ich war leider nur 2½ Jahre an dieser Schule, doch diese Zeit gehörte zu der schönsten meines Lebens. Bevor ich nach Obersontheim an die Schule kam, war ich zunächst an einer anderen Hauptschule. Dort wurde ich von meinen Mitschülern ausgeschlossen, gehänselt, geschlagen. Aber damit nicht genug. Suchte ich Hilfe bei der Lehrerschaft, wurde ich abgewiesen. Es wurde mir gesagt, dass ich doch selbst schuld wäre und man schickte mich fort. Unter dieser seelischen Belastung begann meine schulische Leistungsfähigkeit stark zu schwinden, bis ich in jedem Fach auf einer 5 stand. Auch diesmal bekam ich keine Hilfe von meinen Lehrern. Niemand erklärte mir etwas und wenn ich Fragen hatte, hieß es, ich sollte meine Mitschüler fragen. Das Problem war, dass ich von denen ja sowieso keine Hilfe zu erwarten hatte. So ging es eine Weile hin und her, bis meine Klassenlehrerin - die mich übrigens hasste - beschloss, mich auf die Sonderschule zu schicken und mir damit meine ganze Zukunft zu ruinieren.

Meine Zeit an dieser neuen Schule war auch nicht besonders berauschend. Ich wurde in eine höherer Klasse gesteckt, wo der Stoff ungefähr meinem Können entsprach. Aber da ich viel jünger war als meine Mitschüler und ich zudem noch von der Hauptschule kam, waren auch hier Vorbehalte gegen mich zu spüren. Die Voraussetzungen für eine gute Zukunft schienen stark gefährdet zu sein. Bis das Schicksal endlich ein Einsehen mit mir hatte und ich wieder an meine alte Schule zurückgeschickt wurde. Ich weiß, das hört sich eigentlich nicht besonders positiv an und das war es auch 1 Jahr lang nicht. Denn ich wurde wieder von den Schülern und Lehrern an den Rand meiner geistigen Belastungsfähigkeit getrieben. Ich erlitt wieder Erbrechen, Kopfschmerzen und begann Depressionen zu entwickeln. Doch in der ganzen Zeit wurde sich darum gekümmert, dass mein Anliegen endlich durchgesetzt wurde und mit der tatkräftigen Unterstützung meiner Mutter wurde ich im ersten Halbjahr der 7.Klasse endlich nach Obersontheim versetzt. An dieser Schule, die ich nun leider verlassen werde, lernte ich was es bedeutet Teil eines Ganzen zu sein und ich empfand zum ersten Mal seit der Grundschule das Gefühl dazuzugehören. Hier fand ich endlich Freunde und merkte auch wieder, dass Lehrer so richtig nette Menschen sein können. Ich wurde unterstützt von den Lehrern als auch von den Schülern. Meine Noten begannen sich durch die Hilfe meiner Mitmenschen radikal zu verbessern, da mir hier geholfen wurde, wenn ich Fragen hatte. In Deutsch und Englisch wurde ich richtig gut und auch in Mathe machte ich Fortschritte. Und nun habe ich hier an dieser Schule geschafft, was keiner von mir gedacht hätte, nicht einmal ich selbst. Ich habe meinen Hauptschulabschluss mit einem Durchschnitt von 2,3 geschafft und das wurde mir durch die tatkräftige Unterstützung der Menschen hier möglich gemacht, zu denen zwar zum größten Teil die Lehrer gehören, bei denen ich mich von ganzem Herzen bedanken möchte aber auch (durch) meine Klassenkameraden, von denen ich aufgenommen und akzeptiert wurde und durch die ich mich auch so gut auf dieser Schule zurechtfinden konnte. Vielen Dank dafür.
Außerdem wollte ich noch sagen, dass ich euch, die Lehrer sowohl auch die Schüler, sehr vermissen werde und die Zeit, die wir gemeinsam erlebt haben, für immer in meiner Erinnerung behalten werde
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